Ausstellung

Neofaschismus in Niedersachsen

Soziale Not, Zukunftsangst und Politikverdruss sind gegenwärtige Realität für Millionen Menschen in der BRD. Rechte Parteien, Kameradschaften und unterschiedliche Gruppierungen mit Neonazi-Gesinnung nutzen diese Lage, um auch mit Hilfe von Steuergeldern ihre rassistische, antisemitische und undemokratische Ideologie zu verbreiten. Aufmärsche, Internet-Auftritte, Musik mit hasserfüllten Texten richten sich gegen alles, was „nicht deutsch” ist. Meist hart an der Grenze zum juristisch gerade noch Erlaubten verbreiten Neonazis Geschichtsrevisionismus und scheinbar einfache Lösungen gegen Armut und Orientierungslosigkeit — der neue Sündenbock heißt „Ausländer”.

Dagegen hilft auf alle Fälle Aufklärung, Information, Wissen und Diskussion. Deshalb steht diese Ausstellung „Neofaschismus in Niedersachsen” Schulen, Betrieben und Rathäusern zur Verfügung. Die Besonderheit der Ausstellung beruht auf detaillierter Recherche speziell im Land Niedersachsen. „Glatzen” und „StiefelfaschistInnen” bilden nur noch einen Teil der Neonazis; sie treten heute in unterschiedlicher Tarnung auf — manchmal sogar mit Che-Guevara-T-Shirt, mit Palästinensertuch oder als schwarzer Block.

Diese Ausstellung zeigt auf, wie es auch die Shell-Studie von 2010 nachweist, dass in der Mitte der Gesellschaft eine steigende Anfälligkeit für rechte Parolen und Inhalte besteht. Deshalb ist auch der oft fälschlich benutzte Begriff „Rechtsextremismus” fehl am Platz — suggieriert er doch, dass es sich bei rechten Einstellungen, Gewaltakten mit rassistischem Hintergrund und Übergriffen unterschiedlicher Art um eine gesellschaftliche Randerscheinung handeln würde.
Ausstellung
Veränderte Strategien der NeofaschistInnen, die Bedeutung von Frauen in der Naziszene sowie rechte Medien, Symbole und Codes werden in dieser Ausstellung beleuchtet. Gleichzeitig wird eindrucksvoll mit historischen Beispielen die Kontinuität der völkischen, antisemitischen und undemokratischen Ideologie des Faschismus 1933 - 1945 bis heute belegt. Hier wird dokumentiert, wie gefährlich eine Verharmlosung der rechten Gefahr ist, wie sie häufig in bundesdeutschen Medien und im politischen Raum betrieben wird.
Ausstellung
Großer Dank gebührt der IG Metall und dem „Bildungs- und Förderungswerk der GEW im DGB e.V.”, die die Aufgabe der Gewerkschaften, sich konsequent gegen Rechts zu engagieren, durch ihre finanzielle Unterstützung zum Ausdruck gebracht haben und es damit ermöglicht haben, diese Ausstellung zu realisieren.
Die Ausstellung wurde im Januar 2011 in Wolfsburg eröffnet und bisher schon in vielen Städten in Betrieben, Rathäusern und anderen Einrichtungen gezeigt. Sie besteht aus 24 Rollfolien, die auf dem Boden aufgestellt werden (Roll-Up-System). Der Platzbedarf beträgt etwa 20 laufende Meter.
Ausstellung
Da die Herstellung der Ausstellung sehr kostspielig war, erheben wir für die Ausleihe einen Kostenanteil von 100 EUR pro Woche. Sie kann auf Wunsch gebracht, aufgebaut und wieder abgeholt werden.
Es gibt einen Katalog, der über den Inhalt der Ausstellung informiert. Die gedruckte Ausführung ist leider vergriffen. Eine Online-Version werden wir in Kürze hier zur Verfügung stellen.
Katalog

Wenn Sie planen, die Ausstellung auszuleihen und bereits einen Termin nennen können, füllen Sie bitte das Reservierungsformular aus. Wir reservieren Ihnen den Termin zunächst unverbindlich und setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung, um die Einzelheiten abzustimmen.

Allgemeine Fragen zur Ausstellung können Sie gerne per E-Mail an uns richten.

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