Ausstellung

Neofaschismus in Niedersachsen

Bundesweit wurden und werden Menschen beschimpft, beleidigt, bedroht, angegriffen, verprügelt, zu Tode getreten oder in ihren Häusern verbrannt, weil sie als Fremde, Obdachlose oder Andersdenkende gehasst werden ‐ über 185 Todesopfer hat die rechte Gewalt bundesweit seit 1990 bereits gefordert. Seit 2015 ist die rechte Gewalt wieder auf dem Vormarsch. Insbesondere die Angriffe auf Geflüchtete und deren Unterkünfte steigen erneut.

Nach Angaben der Landesregierung (DS 17/3586) wurden in Niedersachsen im 1. Quartal 2015 322 Straftaten von rechts verübt.

Wer hinter die Kulissen schaut, erkennt den Doppelcharakter der Szene: Nach außen hin tritt sie mit Parteien wie der NPD an der Spitze bürgerlich auf. Zur Strategie gehören Bürgernähe und verstärkte kommunalpolitische Verankerung, damit soll die gesellschaftliche Ausgrenzung unterlaufen werden. Bei genauer Betrachtung ist aber ein erstarkendes Selbstbewusstsein, eine immer offenere Radikalisierung und damit einhergehend ein Macht- und Militanzbestreben zu verzeichnen.

Fragen werden aufgeworfen:

Geht die ideologische und strukturelle Saat von Alt- und Neonazis allmählich auf? Können die jüngsten Ereignisse mit denen aus den Anfängen der "NS-Zeit" verglichen werden? Oder haben die Ausbreitung rassistischen Denkens, der daraus resultierende Hass und die Gewalt heute ganz andere Gründe als damals?

Die Ausstellung soll dazu beitragen, dass diese erschreckenden Bilder nicht zum Normalfall im deutschen Alltag werden. Sie möchte Aufklärung darüber geben, wie Ideologie und Praxis des Neofaschismus aktuell wirken. Ebenso sollen Ursachen für die Ausbreitung von Menschenfeindöichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und rechte Militanz aufgezeigt werden.

Neofaschismus ist ein Gesellschaftsphänomen, welches alle angeht. Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung "Vom Rand zur Mitte" belegt:

Aktualisierte Ausstellung

Dieser Ausstellung liegt zwar unsere Ausstellung aus dem Jahr 2011 zugrunde, sie wurde jedoch neu konzipiert und vollständig überarbeitet und aktualisiert. Sie besteht aus 26 Rollfolien, die an Haken aufgehängt werden können. Der Platzbedarf beträgt etwa 22 laufende Meter.

Da die Herstellung der Ausstellung sehr kostspielig war, erheben wir für die Ausleihe einen Kostenanteil von 100 EUR pro Woche. Sie kann auf Wunsch gebracht und wieder abgeholt werden.

Wenn Sie planen, die Ausstellung auszuleihen und bereits einen Termin nennen können, füllen Sie bitte das Reservierungsformular aus. Wir reservieren Ihnen den Termin zunächst unverbindlich und setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung, um die Einzelheiten abzustimmen.

Allgemeine Fragen zur Ausstellung können Sie gerne per E-Mail an uns richten.

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