Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten

Landesvereinigung Niedersachsen e.V.


80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-L19830 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons

Aus diesem Anlass führt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Niedersachsen e.V. eine landesweite, öffentlichkeitswirksame Kampagne mit vielen ihrer Kreisvereinigungen durch. Dadurch soll erreicht werden, dass sich viele Menschen an den örtlichen Aktivitäten an diesem politisch wichtigen Jahres-, Mahn- und Gedenktag beteiligen können und sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Wesentliche Ziele unserer Kampagne sind:

1. den deutschen Überfall auf die Sowjetunion als Verbrechen des deutschen Faschismus hervorzuheben und die Deutsche Wehrmacht als Teil dieses Systems als wesentlich mitverantwortlich zu benennen. Damit soll der verklärenden Geschichtsdeutung aktiv entgegen getreten und ein Beitrag zur Aufklärung geleistet werden;
2. der sowjetischen Opfer dieses als Verbrechen angelegten Krieges auch in Niedersachsen zu gedenken und ihnen durch unser Wirken Namen auf Gräbern und damit ihre Würde als Menschen zurückzugeben;
3. das Bewusstsein für die begangenen Verbrechen der Täter an ihren sowjetischen Opfern in Niedersachsen zu verstärken und durch die Kampagne einen Beitrag zu leisten, die notwendige Erinnerung wachzuhalten.

Aus diesen Gründen werden am 22. Juni 2021 oder in zeitlicher Nähe öffentliche Veranstaltungen vieler VVN-BdA-Kreisvereinigungen oder mit ihrer Beteiligung in Niedersachsen durchgeführt, so in der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Bad Fallingbostel/Oerbke (27. Juni), Lüneburg, Braunschweig, Wolfsburg, Peine, Salzgitter (19. Juni), Hannover, Goslar, Göttingen und in Osnabrück.

Weitere Infos zu der Veranstaltung sind zu finden unter niedersachsen.vvn-bda.de/spurensuche/.


Einladung zur Konferenz

„Aus dem Schatten der Erinnerung. Spurensuche zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion - in Niedersachsen“

Anlässlich des 80. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion und damit dem Beginn eines der größten Menschheitsverbrechen, führt die VVN-BdA Niedersachsen am Sonnabend, 3. Juli 2021 im Kulturzentrum Pavillon (Großer Saal), Lister Meile 4, 30161 Hannover, eine Konferenz mit dem oben genannten Titel durch.

Weitere Informationen zu der Konferenz sind zu finden unter niedersachsen.vvn-bda.de/spurensuche/.



Erfolg durch Protest und Solidarität!

Gemeinnützigkeit wieder vollständig anerkannt!

Handlungsfähigkeit gesichert und erweitert!

Die Auseinandersetzung der Bundesvereinigung der VVN-BdA mit dem Berliner Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz (SPD) hat durch enormen öffentlichen Protest und große Solidarität zum Erfolg geführt und die Handlungsfähigkeit der VVN-BdA insgesamt gesichert und erweitert. Formal wurde den Einsprüchen der Bundesvereinigung gegen die Aberkennung ihrer Gemeinnützigkeit vollständig stattgegeben. Die rückwirkend ab 2016 entzogene Gemeinnützigkeit wurde ihr ab sofort wieder vollständig zuerkannt.

„Wir begrüßen den politischen Erfolg und bedanken uns ausdrücklich für die große und wirkungsvolle Solidarität und Unterstützung auch aus Niedersachsen, ohne die eine Rückkehr zur Gemeinnützigkeit nicht durchsetzbar gewesen wäre“, betont Andreas Nolte, einer der Landessprecher/innen.

Erkennbarster Ausdruck des öffentlichen Drucks: Seit der Aberkennung der Gemeinnützigkeit im November 2019 traten der Landesvereinigung Niedersachsen schon fast 200 Mitglieder bei. „Bisher konnten wir drei weitere Kreisvereinigungen gründen und damit unserer Handlungsfähigkeit verbessern“, ergänzt Nolte.


Viele der Neumitglieder nahmen am 18. April zusammen mit über 180 Teilnehmenden an der diesjährigen Mahn- und Gedenkfeier auf dem sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten bei Bergen teil. Dort gab es u.a. Beiträge des bekannten Schauspielers Rolf Becker, des Journalisten Rainer Butenschön, eines Vertreters der Botschaft von Belarus, den Gewerkschaftsvertretern Hans-Dieter Braun (DGB) und Joachim Fährmann (IG Metall) sowie weitere kulturelle Darbietungen.

„Diese für alle beeindruckende Veranstaltung war ein klares Signal für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung in Zeiten wachsender Kriegsgefahr in Europa. Diese erfolgreiche Entwicklung und Ereignisse sind auch ein starkes Signal gegen Rechts“, erklärt die VVN-BdA-Landessprecherin Mechthild Hartung.

(Infos zur der Veranstaltung siehe unter niedersachsen.vvn-bda.de/hoersten).



Mahn- und Gedenkveranstaltung von DGB und VVN/BdA

Die VVN-BdA Niedersachsen und die DGB-Region Nordost-Niedersachsen veranstalten am Sonntag, 18.4.2021, auf dem sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof in Bergen-Belsen/Hörsten (an der Panzerringstraße Belsen - Ostenholz gelegen) eine Mahn- und Gedenkveranstaltung anlässlich des 76. Jahrestags der Befreiung des KZ Bergen-Belsen und der sowjetischen Kriegsgefangenen.

Ab 13 Uhr sind Redebeiträge unter anderem von dem Journalisten und Mitherausgeber der Zeitschrift "Ossietzky", Rainer Butenschön, von dem Gewerkschaftssekretär der IG Metall Celle, Joachim Fährmann und von H-D Charly Braun, DGB-Kreisverbandsvorsitzender Heidekreis, vorgesehen. Außerdem wird ein Grußwort der Ehrenvorsitzenden der VVN-BdA, Esther Bejarano, verlesen.

Angefragt sind weiterhin Beiträge von Vertreter/innen der Botschaft Belarus und des Generalkonsulats der Russischen Föderation. Jugendliche der "Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken" werden sprechen. Durch das Programm, das musikalisch durch die Gruppe "Agitprop Hannover" begleitet wird, führt die Sprecherin der VVN-BdA Niedersachsen, Mecki Hartung.

Am Ende der Veranstaltung ist noch die Übergabe von Nelken und Mitgliedsbüchern an etwa 30 Mitglieder geplant, die seit dem Entzug der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA der niedersächsischen Vereinigung beigetreten sind.

Die VVN-BdA veranstaltet seit den 50er-Jahren im April eine Mahn- und Gedenkkundgebung, um an die Befreiung zu erinnern und entsprechend des "Schwurs von Buchenwald" - demnach die "Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln" und der "Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit" Aufgaben der VVN-BdA sind - zu mahnen. Der DGB und Gewerkschaften engagieren sich seit Jahrzehnten für die Erinnerung an die NS-Verbrechen an sowjetischen Kriegsgefangenen in den Lagern auf Europas größtem Truppenübungsplatz (Oerbke, Wietzendorf, Hörsten).

Weitere Informationen zu dem sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof sind auf der Seite der AG Bergen-Belsen zu finden.

Der sowjetische Kriegsgefangenenfriedhof in Bergen-Belsen im Jahr 1967.

Weitere Infos zu der Veranstaltung sind zu finden unter niedersachsen.vvn-bda.de/hoersten.


Antifa

Antifaschismus lässt sich nicht verbieten

Die Landesvereinigung der VVN-BdA Niedersachsen gehört zu den Erstunterzeichner/innen der „Niedersächsischen Erklärung“ mit dem Titel „Antifaschismus lässt sich nicht verbieten“.

In der Erklärung, die derzeit (20.1.2021) von 45 Institutionen, Gruppen und Verbände unterschrieben wurde, heißt es unter anderem:
"Wer links und rechts, wie beim Hufeisenmodell, gleichsetzt, verteidigt nicht die Demokratie, sondern diffamiert und bekämpft die, die für eine solidarische Gesellschaft kämpfen, in der alle Menschen ohne Angst gemeinsam unterschiedlich sein können.Insbesondere in diesen Zeiten braucht es keine Verbote, sondern vielmehr Förderung und Teilnahme an Antifa. Es braucht eine starke Zivilgesellschaft, die sich antifaschistisch engagiert und sich rechten Ideologien entschlossen entgegen stellt."

Hintergrund ist die Berichterstattung in der Zeitung „HAZ“ (Hannover), dass Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) ein „Verbot von linksradikalen Antifa-Gruppen“ prüfen will.

Die Erklärung ist unter folgenden Link zu finden:
https://wirsindalleantifa.wordpress.com.

Ein Kommentar von Knut Maßmann, VVN-BdA Nordrhein-Westfalen, kann auf der Internetseite nrw.vvn-bda.de gelesen werden..



Demo BS

Kräftiger Protest gegen AfD-Landesparteitag in Braunschweig

Nach dem Bundesparteitag im letzten November hat die AfD Niedersachsen am 12./13.9. ihren Landesparteitag erneut in Braunschweig abgehalten. Und wieder haben tausende Bürgerinnen und Bürger aus Braunschweig und der Umgebung gezeigt, dass sie diese rassistische und teilweise neofaschistische Partei nicht in ihrer Stadt haben wollen.

4.000 Teilnehmer*innen hat das Bündnis gegen Rechts bei seiner Demonstration von der in der Weststadt gelegenen privaten Milleniumshalle und bei der Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz gezählt. Weitere 1.000 von "Die Vielen" (Kulturszene) haben mit ihrem Slogan "Glänzen statt ausgrenzen" ihren Abschluss aus Platzgründen auf dem Burgplatz durchgeführt.

Das sei ein Riesenerfolg, man habe mit deutlich weniger Menschen gerechnet und sei eher von unter 1000 Teilnehmer*innen ausgegangen, so Sebastian Wertmüller für das Bündnis auf der Abschlusskundgebung. Von der Riesenbeteiligung sei man angenehm überrascht: „Die Zivilgesellschaft unserer Stadt lebt, und die AfD widert sie an. Dass dieser braune Haufen jetzt sich schon wieder hier zusammenfindet, kann nur auf Widerstand stoßen.“

Wertmüller bedankte sich bei allen, die gekommen waren, dass sie konsequent Mund- und Nasenschutzmasken getragen haben und – im Rahmen der räumlichen Möglichkeiten – sich an die Abstandsregeln gehalten haben. "Das unterscheidet uns von anderen, der Schutz der Menschen ist uns wichtig,“ so Wertmüller unter großem Beifall.

Die RednerInnen auf der Abschlusskundgebung machten die beeindruckende Breite des Braunschweiger Bündnis gegen Rechts deutlich: Kulturvereinigungen, Sportvereine, eine SchülerInnendelegation der Sally-Perel-Gesamtschule, kirchliche Gruppen und mehrere Musikgruppen mit ihren Auftritten.

Für die VVN-BdA Niedersachsen machte Landessprecher Andreas Nolte an mehreren Beispielen aus Niedersachsen deutlich, dass Protest gegen AfD-Veranstaltungen diese auch erfolgreich verhindern kann. Jedesmal haben VVN-Mitglieder dazu ihren Beitrag geleistet. Umso skandalöser sei die Entscheidung des Berliner Finanzamtes mit dem SPD-Finanzsenator Kollatz, der VVN-Bundesvereinigung die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Nolte forderte unter großem Beifall auf, die Online-Petition für den Erhalt der Gemeinnützigkeit an Kollatz zu unterstützen. (Seine Rede kann hier gelesen werden)

Wertmüller berichtete auf der Abschlusskundgebung auch, dass es an einzelnen Orten um die Milleniumshalle zu Blockaden kam und der Zugang für AfD-Delegierte zeitweise versperrt war. Dabei soll es nach Informationen des Bündnisses zum Einsatz von Pfefferspray und Polizeihunden gegen Blockierer gekommen sein. Das Bündnis bittet Betroffene und Zeugen sich zu melden und Bildmaterial zur Verfügung zu stellen. „Polizeihunde und Tränengas sind nicht angemessen im Umgang mit friedlichen Blockierern,“ so Wertmüller. In der Braunschweiger Zeitung (BZ) hat sich dazu in den letzten Tagen eine rege Diskussion entwickelt.



Pressemitteilung der VVN-BdA Niedersachsen vom 10.6.2020

VVN-BdA protestiert gegen die Einkesselung von DemonstrantInnen durch die Polizei am 2. Juni in Wolfsburg

„Wolfsburger Kessel“ darf sich nicht wiederholen!

Die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten" (VVN-BdA), Landesvereinigung Niedersachsen, protestiert gegen die Einkesselung und das längere Festhalten von Demonstrierenden und eines unserer Mitglieder durch die Polizei am 2. Juni 2020 an der Rothenfelder Straße in Wolfsburg.

Im Zusammenhang mit einer bevorstehenden Gerichtsverhandlung gegen einen Umweltaktivisten solidarisierten sich am 2. Juni in Wolfsburg etwa 20 Menschen mit dem Angeklagten. Sie begleiteten ihn mit einer Demonstration und Zwischenkundgebungen zum Amtsgericht. Zur Gerichtsverhandlung wurden nur 4 Personen zugelassen.

Während dessen erfuhren die Protestierenden, dass vier Mitglieder der Umweltschutzorganisation „Robin Wood“ von der Polizei festgenommen und in der Polizeiwache, Hesslinger Straße, festgehalten wurden. Als sie dorthin gehen wollten, um die vier AktivistInnen bei ihrer Freilassung zu begrüßen, wurden sie nach wenigen Minuten von etwa 30 PolizistInnen eingekesselt.

„Wir wurden zwei Stunden lang von der Polizei eingekesselt! Wasser konnte wegen Coronapandemie nicht herumgereicht werden wie sonst“, sagt Mechthild Hartung, Landesprecherin der VVN-BdA Niedersachsen.

Auch PressevertreterInnen wurden an ihrer Arbeit gehindert, u.a. Jörg Bergstedt, Gießen, durch Wegnahme des Fotoapparates sowie durch einen Platzverweis für Cécile Lecomte, Lüneburg, die unter anderem durch zahlreiche Kletteraktionen als Umweltaktivistin und als das "Eichhörnchen" bekannt ist.


Zu der erkennungsdienstlichen Behandlung durch die Polizei inklusive Filmen und Aufnahme der Personalien wurde Mechthild Hartung und den anderen Teilnehmenden ein Bußgeld angedroht. Die Polizei behauptete, die Protestierenden hätten nicht den Corona bedingten Mindestabstand eingehalten. Dies bestritt sie gegenüber der Polizei vehement.

Mechthild Hartung sagt weiter zu der Situation: „Das Gegenteil war der Fall. Der Sicherheitsabstand wurde von der Polizei nicht eingehalten bzw. nicht gewährleistet. Der geforderte Sicherheitsabstand wurde den Eingekesselten erschwert, weil die Fläche durch die Polizei für sie sehr begrenzt wurde. Es gab keinen Grund, unser Grundrecht auf Freiheit der Person so massiv einzuschränken, wie dort geschehen. Dies war eine handfeste Schikane durch die Polizei."

„Das Vorgehen der Polizei am 2. Juni 2020 in Wolfsburg verstößt gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“, ergänzt Andreas Nolte, ebenfalls Landesprecher der VVN-BdA Niedersachsen. „Und dies muss mindestens disziplinarische Konsequenzen für die verantwortlichen Polizeioffiziere haben“, so Nolte weiter.

Die Corona-Pandemie darf nicht zum Vorwand für die Kriminalisierung von solidarisierendem Protest missbraucht werden! Der Protest auf der Straße und die ungehinderte Arbeit von JournalistInnen bleiben auch jetzt notwendige Bestandteile der Demokratie!

Die VVN-BdA fordert von den Verantwortlichen in Wolfsburg und - wegen ihrer Brisanz und Einmaligkeit - vom politisch verantwortlichen Innenminister Niedersachsens, Boris Pistorius, die Übergriffe der Polizei am 2. Juni disziplinarisch zu ahnden und zukünftig zu unterbinden. Denn: Ein „Wolfsburger Kessel“ darf sich nicht wiederholen!

Foto: Edmund Schultze


Foto: Mecki Hartung


Videos siehe hier:
unter
Proteste gegen AUTOritäre Politik in Wolfsburg

und
Redebeitrag VW-Mitarbeiterin auf VerkehrsWende-Demo.



Pressemitteilung der VVN-BdA Niedersachsen vom 31.3.2020

AfD-Landtagsfraktion segelt unter falscher Flagge

VVN-BdA warnt vor Tricksereien der AfD - Alle sind aufgerufen: Bleibt wachsam!

Dass der "Niedersachsen-Abend" der AfD am 15. April endgültig abgesagt ist, steht für die VVN-BdA noch nicht fest. "Wir wissen, dass die Rechtspopulisten mit Björn Höcke als ihrer Galionsfigur auch nach der Corona-Krise diese Großveranstaltung in Niedersachsen planen“, sagt Andreas Nolte von der VVN-BdA Niedersachsen. Der Landessprecher weist darauf hin, dass bereits bei der Anmeldung der Veranstaltung unter falscher Flagge gesegelt“ wurde, als ein AfD-Funktionär versuchte, den vor Kurzem abgesagten Termin als private Veranstaltung zu kaschieren. Auch durch die Aufmerksamkeit von Antifaschistinnen und Antifaschisten wurde jedoch schnell bekannt, dass sich dahinter tatsächlich eine Veranstaltung mit Höcke als Fraktionsvorsitzendem der AfD im Thüringer Landtag verbarg, um sich in der „Alten Zeche“ in Barsinghausen für den "Coup" der AfD beim Hintertreiben des Parlamentarismus in Thüringen bejubeln zu lassen.

Nolte stellt dazu weiter fest: „Die AfD versuchte nicht zum ersten Mal verdeckt und unter falschem Namen eine Großveranstaltung in Niedersachsen durchzuführen. Dass sie es heimlich versuchen muss, entlarvt sie schon. Hier beginnt ihre politische Verlogenheit, die mit vordergründig 'gerechten', aber in Wirklichkeit populistischen, ausgrenzenden und rassistischen Forderungen endet, um leicht Stimmen von Wählerinnen und Wählern einzusammeln und diese Gesellschaft zu spalten. Zugleich offenbart sie mit ihrer Heimlichtuerei ihre Angst vor der demokratischen Öffentlichkeit.“

Da dieser 15. April als 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen ein ganz besonderes Datum ist, vermutet die VVN-BdA, dass die AfD diesen Termin extra für ihre Hetzveranstaltung ausgesucht hat. „Wir müssen davon ausgehen, dass die AfD Niedersachsen ihre Propagandaveranstaltung mit Höcke ganz bewusst für diesen Befreiungstag geplant hatte, um die Opfer und den Gedenktag zu verhöhnen,“ befürchtet Mechthild Hartung, ebenfalls Landessprecherin der VVN-BdA.

"Wir rufen alle demokratischen Kräfte dazu auf: Bleibt wachsam! Sorgt gemeinsam überall im Land dafür, dass RechtspopulistInnen und FaschistInnen dauerhaft keine Möglichkeit haben, Hetzveranstaltungen, wie die mit Höcke geplante, zu veranstalten“, appellieren die beiden LandessprecherInnen der VVN-BdA an die Öffentlichkeit.



Gedenken unter Corona-Bedingungen

Da die offizielle Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des faschistischen Konzentrationslagers Bergen-Belsen in diesem Jahr aufgrund von Pandemie-Schutzmaßnahmen abgesagt wurde, fiel auch die Gedenkveranstaltung auf dem benachbarten Sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten aus. Sie wird seit vielen Jahrzehnten von der niedersächsischen VVN-BdA e.V. durchgeführt. "Wir bedauern sehr, dass die Sowjetischen Befreier ausgerechnet in diesem besonderen Gedenkjahr nicht ausreichend gewürdigt werden konnten", so Mechthild Hartung, eine der Landessprecherinnen der VVN-BdA Niedersachsen.

Im kleinen Rahmen wurde unter Beachtung der Schutzmaßnahmen dennoch ein sehr besonderes Gedenken realisiert. Inge Scharna und Jörg Teichfischer spielten mit Querflöte und Gitarre Melodien, die von den Teilnehmenden mitgesummt wurden, wie: „Meinst Du, die Russen wollen Krieg?“, „Steh auf, steh auf, Du Riesenland…“. Den Abschluss bildete das „Lied der Moorsoldaten“ und die "Unsterblichen Opfer", zu denen Blumen vor dem Denkmal, das an die über 20 000 sowjetische Kriegsgefangenen erinnert, abgelegt wurden.

Fotos: J. Meinke



Selbstdarstellung der VVN-BdA

Antifaschismus ist mehr als eine Gegenbewegung

Mitte März 1947 kamen in Frankfurt/M. Frauen und Männer, die im Widerstand gegen den Faschismus gestanden hatten, die als Verfolgte Opfer des NS-Regimes waren, zur ersten interzonalen Konferenz der Vereinigungen der Verfolgten des Naziregimes zusammen.

Aufgrund alliierter Auflagen war es auch den Antifaschistinnen und Antifaschisten bis dahin nur möglich gewesen, sich auf örtlicher, regionaler und - ab Ende 1946 - auf Zonenebene zu organisieren. Die Konferenz in Frankfurt war quasi die Geburtsstunde einer gesamtdeutschen Organisation, die sich dem sozialen und politischen Anliegen der Frauen und Männer aus dem Widerstand und der Opfer des Faschismus verpflichtet fühlte.

Von Anfang an verstanden die VVN-Mitglieder Antifaschismus als Zukunftsentwurf. Und so ist das Handeln der Organisation nicht nur bestimmt durch das Wirken für „die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“, sondern auch durch das Eintreten „für eine neue Welt des Friedens und der Freiheit“.

Die Öffnung der Vereinigung für nachfolgende Generationen als „Bund der Antifaschisten“ 1971 brachte einen neuen Aufschwung der Organisation, in der sich bis zum heutigen Tag historische Erfahrung der Zeitzeugen mit politischer Überzeugung der jungen Mitglieder verbinden.


Als Ergänzung der Web-Angebote unserer Kreisvereinigungen in Niedersachsen möchten wir hier zusätzlich Informationen von überregionaler Bedeutung bieten. Für Informationen mit bundesweitem Bezug verweisen wir auf die Seiten unserer Bundesvereinigung.

Für Informationen in gedruckter Form empfehlen wir die Zeitschriften antifa und Der Rechte Rand.

Gedenkstätten in Niedersachsen

Eine Aufstellung der Gedenk- und Dokumentationsstätten in Niedersachsen gibt es bei der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Einen Überblick über die Arbeit der Stiftung bieten die Jahresberichte.

Das Jahr 1945

Zum 70. Jahrestag der Befreiung hat die VVN/BdA eine Website als "historisches Projekt" angelegt. Für den Zeitraum von Oktober 1944 bis Mai 1945 werden etwa 150 lokale Ereignisse in kurzen Texten dargestellt: die Befreiung von Städten und Lagern, Kriegsendverbrechen, die Hoffnungen der Befreiten und die juristische Aufarbeitung.

Zugänglich gemacht werden sie u.a. durch eine Landkarte, die mit einem Zeitschalter gekoppelt ist.

Weiterführende Texte zu Schwerpunktthemen, Links, Fotos und auch kurze Filme ergänzen die Texte. Die Website richtet sich an Laien und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Blog zur Befreiung

Zum 70. Jahrestag der Befreiung und des Endes des Zweiten Weltkrieges haben niedersächsische Gedenkstätten, Vereine und Einzelpersonen eine Website erarbeitet, auf der seit dem 27. Februar täglich bis zum 8. Mai Ereignisse vorgestellt werden, die sich vor 70 Jahren in Nordwestdeutschland ereignet haben. Die Beiträge werfen exemplarisch Schlaglichter auf Verbrechen, die Angehörige von SS, Gestapo, Polizei, Wehrmacht und Volkssturm, aber auch Zivilisten in den letzten Tagen des Krieges begangen haben. Zudem schildern sie die Situation der Häftlinge und Gefangenen in den Lagern und anderen Haftstätten kurz vor und nach ihrer Befreiung.